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Leisenau wurde als LEYZNAW erstmals 1363 erwähnt. Aus einer slawischen Siedlung entstand ein deutscher Herrensitz, dessen Reste teilweise erhalten sind.
Im Ort finden Sie eine Anzahl von
Zwei- und Dreiseithöfen.
Eine Viertelmeilensäule zeugt von der Lage an der alten Poststraße Grimma - Colditz.
Etwa 230 Einwohner leben heute in Leisenau, das seit 1994 zur Gemeinde Großbothen gehört.
Zahlreiche Sagen sind mit dem HUTENHÜBEL (am Weg nach Sermuth-Ködderitzsch) verbunden - von hier hat man einen herrlichen Rundblick über die Muldenvereinigung.

ehemaliger Gasthof

ehemalige Tongrube

Leisenauer Dorfstraße

Zeit - und Geschichtsdaten der Ortschaft Leisenau (Lißnaw, Leysenaw und dgl.)
Ort westlich der Vereinigten Mulde zwischen Colditz und Grimma.
Größe der Flur: 335,5 ha.
Höhe über NN: 159 - 183 m
Einwohner: ca. 250
Die Ortschaft ist in ihrer früheren Dorfform ein aufgelockerter  Rundling und demnach eindeutig eine slawische Ortsgründung.  Auf Grund dessen ist die Ansiedlung älter als 1000 Jahre. Aufzeichnungen sind aus dieser Zeit kaum vorhanden. Ein Prof. Dr. Alfred Meiche aus Sebnitz in Sa., der sich in einer Arbeit mit dem Verkehrswesen im ausgehenden Mittelalter beschäftigte,  erwähnt Leisenau, das im Zuge der deutschen Besiedlung östlich von Saale  und Elbe um das Jahr 1000 n. Ch. in Erscheinung trat.  Eine sogenannte Zuckmantelle (heut ist im Dorf der Flurname "Zickemanteln" noch ein Begriff - was ein frühgeschichtliches Wegeleitsystem deutschlandweit darstellte - wird noch um das Jahr 1300 n. Ch. in der  Leisenauer Flur bezeugt.  Eine zur Mulde führende Bodensenke - "die Bratschiche" genannt (zu deutsch: "Kleine Furt") führte von Leisenau nach Kössern (Kozerin) durch die  Mulde. 
In diesen Zusammenhang ist der Reiseweg einer Gesandtschaft des Kalifen  von Cordoba interessant,  der im Jahre 969 n. Ch. beschrieben wird.  Die Gesandtschaft reiste nach einem Besuch beim Deutschen Kaiser  Otto I. in Magdeburg über Halle - Eilenburg- Wurzen- Leisnig- Oederan - Brüx nach Prag. Er verlief mit einiger Sicherheit durch die oben genannte Muldefurt. Der germanische Fortbestand des Ortes kann durch erhaltene Geschichtsdaten in deutscher Zeit nachgewiesen werden.
Von 1547 bis 1945 besaßen mindestens 18 - teils adlige - Familien das  Rittergut Leisenau.
1529 wurde Leisenau nach damaliger Lesart nach Schönbach eingepfarrt. 
1547 besaß ein Hermann von Hoff neben dem Rittergut Leisenau auch das  Rittergut Kötteritzsch
1681 Leisenauer Pestkatastrophe - der Ort war fast ausgestorben
1780 Volksschule Leisenau wurde geschaffen
1843 Aufhebung der Fronarbeit und der niederen Gerichtsbarkeit durch das hiesige Rittergut
1945 Enteignung und Aufteilung des Grundbesitzes "Rittergut Leisenau"  im Zuge der Bodenreform durch Weisungen der SMAD (Sowjetische  Militäradministration in Deutschland) nach der bedingungslosen  Kapitulation des Deutschen Reiches nach dem 2.Weltkrieg
1965 Schließung der Volks- (Grund-) schule Leisenau
1972 13. April - Geburt des letzten Kindes mit dem Geburtsort  Leisenau (Sven Engelmann)
1990 Letzte hauptamtliche Bürgermeisterin: Frau Petra Strauß
1994 Die Eigenständigkeit der Gemeinde Leisenau wird durch eine  Gemeinde- bzw. Gebietsreform beendet
Der Ort Leisenau ist nun ein Ortsteil der Gemeinde Großbothen
Letzter ehrenamtlicher "Übergangs"-Bürgermeister bis zur Eingemeindung war Herr Reinhard Riester
.

Rittergut Leisenau um 1945

Private, politische und historische Ereignisse schildert der Leisenauer Gottfried Haferkorn in seinem Buch “Mein Leben und andere Kleinigkeiten”

Gottfried Haferkorn:
“Mein Leben und andere Kleinigkeiten -
Sieben Jahrzehnte im Herzen Sachsens”
Literareon-Verlag
ISBN 3-8316-1123-8
17,70 €
in jeder Buchhandlung
oder beim Autor
in 04668 Großbothen
OT Leisenau
Leisenauer Dorfstraße 1
T.: 034384-71517