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Zeit - und Geschichtsdaten der Ortschaft Leisenau (Lißnaw, Leysenaw und dgl.) Ort westlich der Vereinigten Mulde zwischen Colditz und Grimma. Größe der Flur: 335,5 ha. Höhe über NN: 159 - 183 m Einwohner: ca. 250 Die Ortschaft ist in ihrer früheren Dorfform ein aufgelockerter Rundling und demnach eindeutig eine slawische Ortsgründung. Auf Grund dessen ist die Ansiedlung älter als 1000 Jahre. Aufzeichnungen sind aus dieser Zeit kaum vorhanden. Ein Prof. Dr. Alfred Meiche aus Sebnitz in Sa., der sich in einer Arbeit mit dem Verkehrswesen im ausgehenden Mittelalter beschäftigte, erwähnt Leisenau, das im Zuge der deutschen Besiedlung östlich von Saale und Elbe um das Jahr 1000 n. Ch. in Erscheinung trat. Eine sogenannte Zuckmantelle (heut ist im Dorf der Flurname "Zickemanteln" noch ein Begriff - was ein frühgeschichtliches Wegeleitsystem deutschlandweit darstellte - wird noch um das Jahr 1300 n. Ch. in der Leisenauer Flur bezeugt. Eine zur Mulde führende Bodensenke - "die Bratschiche" genannt (zu deutsch: "Kleine Furt") führte von Leisenau nach Kössern (Kozerin) durch die Mulde. In diesen Zusammenhang ist der Reiseweg einer Gesandtschaft des Kalifen von Cordoba interessant, der im Jahre 969 n. Ch. beschrieben wird. Die Gesandtschaft reiste nach einem Besuch beim Deutschen Kaiser Otto I. in Magdeburg über Halle - Eilenburg- Wurzen- Leisnig- Oederan - Brüx nach Prag. Er verlief mit einiger Sicherheit durch die oben genannte Muldefurt. Der germanische Fortbestand des Ortes kann durch erhaltene Geschichtsdaten in deutscher Zeit nachgewiesen werden. Von 1547 bis 1945 besaßen mindestens 18 - teils adlige - Familien das Rittergut Leisenau. 1529 wurde Leisenau nach damaliger Lesart nach Schönbach eingepfarrt. 1547 besaß ein Hermann von Hoff neben dem Rittergut Leisenau auch das Rittergut Kötteritzsch 1681 Leisenauer Pestkatastrophe - der Ort war fast ausgestorben 1780 Volksschule Leisenau wurde geschaffen 1843 Aufhebung der Fronarbeit und der niederen Gerichtsbarkeit durch das hiesige Rittergut 1945 Enteignung und Aufteilung des Grundbesitzes "Rittergut Leisenau" im Zuge der Bodenreform durch Weisungen der SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) nach der bedingungslosen Kapitulation des Deutschen Reiches nach dem 2.Weltkrieg 1965 Schließung der Volks- (Grund-) schule Leisenau 1972 13. April - Geburt des letzten Kindes mit dem Geburtsort Leisenau (Sven Engelmann) 1990 Letzte hauptamtliche Bürgermeisterin: Frau Petra Strauß 1994 Die Eigenständigkeit der Gemeinde Leisenau wird durch eine Gemeinde- bzw. Gebietsreform beendet Der Ort Leisenau ist nun ein Ortsteil der Gemeinde Großbothen Letzter ehrenamtlicher "Übergangs"-Bürgermeister bis zur Eingemeindung war Herr Reinhard Riester.
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